Kosten Zuschüsse Anträge

Merkblatt zum Antrag auf Förderung in Kindertagespflege (KTP)

Kindertagespflege im Haushalt der Tagesmutter

 

 

 

Welche Kosten kommen auf die Eltern/Elternteile zu?

Die Eltern/Elternteile haben sich gemäß § 90 SGB VIII an den Kosten der Kindertagespflege zu beteiligen. Der

Kostenbeitrag wird unabhängig vom Einkommen festgesetzt. Der monatliche Kostenbeitrag wird durch Multiplikation

der bewilligten monatlichen Betreuungszeit mit dem Kostenbeitragssatz (analog zur gewährten laufenden Geldleistung) ermittelt. Der Kostenbeitragssatz beträgt aktuell pro Stunde 1,00 EUR für über dreijährige Kinder und 1,50 EUR

für unter dreijährige Kinder. Der Kostenbeitragssatz ist in einer Satzung geregelt und wird ggf. jährlich angepasst.

Für die Eingewöhnungszeit wird kein Kostenbeitrag gefordert. Bei zusätzlicher Ferienbetreuung ist von den Eltern zum

regulären Kostenbeitrag je zusätzlicher Stunde der Kostenbeitrag in Höhe von 1,00 EUR oder 1,50 EUR zu zahlen.

Bezieher von Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II oder SGB XII werden von den

Kostenbeitragszahlungen befreit. Die entsprechenden Bescheide sind vorzulegen.

 

 

Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

Der Antrag auf Jugendhilfe in Form von Kindertagespflege ist beim Jugendamt Calw, Vogteistraße 42-46,75365

Calw zu stellen. Der Antrag ist von allen Sorgeberechtigten zu unterzeichnen.

Die Bewilligung von Jugendhilfe in Form von Kindertagespflege ist erst ab dem Monat möglich, in dem die

Antragsstellung erfolgt. Spätestens einen Monat vor Bewilligungsende ist ggf. ein Folgeantrag zu stellen. Das

Kostenrisiko tragen die Eltern bis eine Kostenzusage (Jugendhilfebescheid) des Landratsamtes Calw vorliegt.

Wohin kann ich mich mit weiteren Fragen wenden?

Fragen zur Kindertagespflege: Fragen zur finanziellen Förderung:

Fachdienst Kindertagespflege Wirtschaftliche Jugendhilfe

Frau Haag / Frau Murphy: Tel. 07051/160-146 Frau Kuhn / Frau Vette: Tel. 07051/160-220

Frau Michler (Sozialversi.) Tel. 07051/160 471

 

 

 

Was ist Kindertagespflege?

Kindertagespflege ist eine familiennahe, flexible und sehr individuelle Form der Kinderbetreuung. Betreut werden

Kinder von 0 Jahren bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. Qualifizierte Tagesmütter bieten dieses pädagogische

Angebot der Kinderbetreuung in verschiedenen Formen ergänzend oder alternativ zu institutionellen Betreuungsformen an. Sie können in ihrem eigenen Haushalt, im Haushalt der Personensorgeberechtigten (Kinderfrauen), in

Großtagespflegestellen oder in anderen geeigneten Räumen Tageskinder betreuen. Der gesetzliche Förderauftrag

der Kindertagespflege setzt eine kontinuierliche, organisierte Erziehung, Bildung und Betreuung voraus, mit einem

Betreuungsumfang von min. 5 Stunden pro Woche. Die sporadische Betreuung im Rahmen von Nachbarschaftshilfe

oder Babysitting erfüllt die Grundlagen der Kindertagespflege nicht. Eine Tagesmutter, die im eigenen Haushalt

betreut ist selbstständig tätig.

 

Welche Voraussetzungen müssen Eltern/Elternteile und Kind erfüllen?

Kinder unter einem Jahr sind in Kindertagespflege zu fördern, wenn diese Leistung zur Entwicklung einer

eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit geboten ist oder die Erziehungsberechtigten einer

Erwerbstätigkeit nachgehen, diese aufnehmen oder Arbeit suchend sind oder sich in einer berufliche Bildungsmaßnahme, in Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach

dem SGB II erhalten. Es erfolgt eine Überprüfung des Bedarfs.

Kinder, die ein oder zwei Jahre alt sind haben einen Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege (Rechtsanspruch). Der Rechtsanspruch beinhaltet einen möglichen wöchentlichen

Betreuungsumfang zwischen 5,00 und 20,00 Stunden. Wird darüber hinaus Kindertagespflege benötigt, so gelten

dieselben Kriterien wie bei Kindern unter einem Jahr. Eine entsprechende Bedarfsprüfung findet statt.

Kinder ab Vollendung des dritten Lebensjahres haben ergänzend einen Anspruch auf Förderung in Kindertagespflege, wenn die Betreuung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Schule nicht ausreicht oder ein individuell

besonderer Bedarf vorhanden ist. Es gelten dieselben Kriterien wie bei Kindern unter einem Jahr. Eine entsprechende

Bedarfsprüfung findet statt.

 

Welche Voraussetzungen muss die Tagesmutter erfüllen?

Allgemeine Voraussetzung für die Bewilligung von Jugendhilfe in Form von Kindertagespflege durch das Jugendamt

Calw ist die Eignung der Tagesmutter nach § 23 Abs. 3 SGB VIII. Die Tagesmutter muss über eine gültige Erlaubnis

zur Kindertagespflege nach § 43 SGB VIII verfügen.

Wie setzt sich die laufende Geldleistung zusammen?

Die laufende Geldleistung umfasst die Erstattung der Kosten für den Sachaufwand und einen angemessenen Beitrag

zur Förderungsleistung. Die laufende Geldleistung ist abhängig vom Alter des zu betreuenden Kindes. Derzeit

können für Kinder unter drei Jahren maximal 6,50 EUR pro Stunde und für Kinder über drei Jahre maximal 6,00

EUR pro Stunde berücksichtigt werden.

Die laufende Geldleistung wird in der Regel als Pauschale für 12 Monate pro Jahr in gleicher Höhe ausgezahlt,

sofern keine Änderungen gemeldet werden.

 

Wer erhält die laufende Geldleistung?

Die laufende Geldleistung wird bei Vorliegen aller Voraussetzungen an die Tagesmutter ausgezahlt.

Was ist bei der Eingewöhnungszeit zu beachten?

Die Hälfte der späteren monatlichen durchschnittlichen Betreuungszeit, max. 60 Stunden, kann als Eingewöhnungszeit gezahlt werden, sofern ein voller Monat eingewöhnt wird. Berücksichtigungsfähig sind Zeiten max. ab einem

Monat vor dem regulären Betreuungsbeginn. Die Eingewöhnung wird pauschal vergütet. Beträgt die Eingewöhnungszeit keinen Monat, wird die Eingewöhnungspauschale wochenweise gekürzt.

Wie wird die durchschnittliche monatliche Betreuungszeit ermittelt?

Um den durchschnittlichen monatlichen Betreuungsbedarf zu ermitteln werden genaue Angaben über den

Betreuungsbedarf im Antrag und in der ergänzenden Erklärung benötigt.

Anhand dieser Angaben wird dann der individuelle durchschnittliche monatliche Betreuungsbedarf ermittelt

(notwendige wöchentliche Stundenzahl x 4,0 Wochen). Eine Übernachtbetreuung wird zwischen 22 und 6 Uhr mit

50 % berücksichtigt. Alle Ausfallzeiten des Kindes, z.B. durch Krankheit oder Urlaub, werden mit der Pauschale in

vollem Umfang übernommen.

Eine Änderung der laufenden Geldleistung an die Tagesmutter und eine Änderung des Kostenbeitrages der Eltern

kann nur erfolgen, wenn durch die Änderung die tatsächlichen Betreuungszeiten von den bewilligten Zeiten dauerhaft (länger als 2 Monate) um mehr als 20 % abweichen.

Merkblatt Tagespflege 01/2019 – Seite 2

Gibt es eine Vertretungsregelung?

Bei Ausfall der Tagesmutter kann eine Vertretungstagesmutter gezahlt werden sofern die Kindertagespflege aufgrund

der Berufstätigkeit der Eltern(teile) gewährt wird. Bei einer Ausfallzeit von bis zu vier Wochen wird die Pauschale an

die Tagesmutter weiter gezahlt. Wird jedoch eine Vertretungstagesmutter länger als 4 Wochen benötigt, wird die

bewilligte Pauschale bei der Tagesmutter ab der fünften Woche anteilig gekürzt oder die Geldleistung zurück

gefordert. Die Vertretungstagesmutter erhält die bewilligte Pauschale anteilig für den Vertretungszeitraum gezahlt.

Von der Tagesmutter wird eine Mitteilung über den Zeitraum des Ausfalls benötigt. Darüber hinaus müssen auch die

Eltern eine benötigte Vertretung formlos schriftlich unter Angabe des Vertretungszeitraums und der Vertretungstagesmutter beantragen.

Gibt es eine zusätzliche Ferienbetreuung?

Für maximal 8 Wochen im Jahr können zusätzliche Betreuungszeiten in den Ferien vergütet werden, wenn die

Kindertagespflege aufgrund der Berufstätigkeit der Eltern(teile) gewährt wird. Die Regelung gilt nur für Fälle, in

denen aufgrund der Schulferien oder Kiga-Schließzeiten die Kinder zusätzlich während der Schul-/ Kiga-Zeiten eine

Betreuung benötigen. Es werden nur die Zeiten vergütet, die nicht schon durch die monatliche Pauschale abgedeckt

sind und welche den wöchentlich bewilligten Betreuungsumfang um mehr als 20 % übersteigen. Die zusätzlichen

Kosten werden nach der Vorlage einer Stundendokumentation abgerechnet. Die Eltern müssen für die zusätzlichen

Stunden den entsprechenden Kostenbeitrag zahlen.

Wann endet die Förderung?

Die Förderung endet, sobald die Voraussetzungen für die Kindertagespflege nicht mehr vorliegen. Die Beteiligten

sind verpflichtet, entsprechende Änderungen umgehend mitzuteilen. Maßgeblich für die Beendigung der Zahlung der

laufenden Geldleistung ist der letzte tatsächliche Betreuungstag unabhängig davon, welche privatrechtlichen

Vereinbarungen zwischen der Tagesmutter und den Eltern besteht.

Gibt es Zuschüsse zu Sozialversicherungsbeiträgen?

Zusätzlich zur laufenden Geldleistung kann die Tagesmutter auf Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen die

Erstattung für Beiträge zu einer Unfallversicherung, sowie die hälftige Erstattung für angemessene Alterssicherung

sowie die hälftige Erstattung zu einer angemessenen Kranken- und Pflegeversicherung erhalten. Bezuschusst werden

nur die Beiträge, die sich aus den Einkünften aus der öffentlich-rechtlich geförderten Kindertagespflege ergeben. Der

Zuschuss wird auch nur für Zeiten gewährt, in denen für mind. ein Kind die öffentliche Förderung bezogen wird.

 

 

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